26. März 2015 sebastianwunder

Warum Tänzer mehr Unterricht nehmen sollten!

In den letzten Monaten bin ich durch viele Länder gereist, habe verschieden Menschen, Kulturen und Tanzschulen kennengelernt. Ich habe über den Tellerrand hinaus geschaut. Habe gesehen, wie andere die Leidenschaft mit mir teilen. Ich habe die Energie in jeder einzelnen Stunde gespürt, ganz egal, ob ich zugesehen oder selbst getanzt habe. Gleichzeitig tanze ich zur Zeit so viel wie möglich, um meine Fähigkeiten und Fertigkeiten zu verbessern, meinen Körper zu trainieren, um stündlich etwas neues zu erfahren, meinen Geist und die Seele zu festigen und vor allem jedes mal für eine kurze Zeit die Welt zu vergessen und mich nur aufs Tanzen zu konzentrieren.

Leider bekomme ich vermehrt mit, dass immer weniger Tänzer den Unterricht besuchen. Stunden müssen abgesagt werden. Tanzlehrer stehen vor 4-5 Schülern und habe eine Anreise quer durch Deutschland hinter sich. Es wird vorbereitet, promotet, Preise runter geschraubt und letztendlich hat niemand wirklich mehr Spaß am Tanzen.

Hier sind 5 Dinge, meine Erfahrungen, warum man zum Unterricht gehen sollte:

1. Unterricht nehmen ist das beste Training, um Unterricht zu geben!

Ich sehe immer mehr Tänzer fangen an zu unterrichten. Bei jeder Stunde, die ihr selbst gebt, müsst ihr euch vorbereiten. Es wird ein Song ausgesucht, eine Choregraphie entwickelt, Counts ausgezählt, die Schritte analysiert, um sie so verständlich wie möglich zu erklären und der persönliche Charakter und Einfluss kommt natürlich auch noch hinzu. Wo kann man diese Dinge am besten lernen? Im Unterricht von anderen Lehrern! Seit über 10 Jahren nehme ich Unterricht überall auf der Welt und immer wieder bekomme ich neue Arten beigebracht wie man „Tanzen“ am besten erklärt. Immer dran denken, du unterrichtest nicht für dich, denn du selbst kannst das, was du entworfen hast.

2. Kontakte sind unbezahlbar!

Einige meiner bisher schönsten Jobs als Tänzer oder auch als Tanzlehrer habe ich dadurch bekommen, dass ich immer wieder in den Unterricht gekommen bin. Man lernt jede Menge verschiedene Menschen kennen. Kann bei anderen Gleichgesinnten unterrichten, Agenturen werden auf dich aufmerksam, Videos können entstehen, man wird gesehen und kann darauf letztendlich aufbauen. Ohne Schüler, keine Kontakte. Ohne Kontakte, keine neuen Stunden. Ohne neue Stunden, keine Weiterentwicklung.

3. Vielfältigkeit hilft besonders deinen Schülern!

Jeder Lehrer, Tänzer und Choreograph hat seine ganz eigene Note. Gewisse Schritte kommen immer mal wieder vor, Bewegungen werden Tänzern zugewiesen und Choreographien für ganzen Gruppen kann man mittlerweile auch den Lehrern ansehen. Aber wie möchtest du deinen nächsten Tanz noch besser gestalten, wie möchtest du deine Schüler besser werden lassen und wie bekommst du ein neues Verständnis für Musik. Du selbst kannst nur das weitergeben, was du selbst gelernt hast. Der effektivste Weg hierfür ist, selbst als Schüler im Tanzunterricht zu stehen. Das Musikverständnis wächst, die Vielfalt an Schritten reicht ins Unermessliche und dein Körper kann irgendwann Dinge, womit du selbst nicht gerechnet hast.

4. Leidenschaft zum Tanzen bleibt erhalten!

Es gibt für mich persönlich kein besseres Gefühl, eine wundervolle Stunde hinter mir zu haben. Der Tanzlehrer war super, die Choreography hat gestimmt, die Tänzer habe sich gegenseitig geholfen und supportet und am Ende konnte man seinem Gefühl im Tanzen freien lauf lassen. Jeder sollte dieses Gefühl kennen. In diesen Situationen kommt die wahre Leidenschaft aufs Tablett. Natürlich sind Bühnenjobs, kommerzielle Jobs oder Touren genauso unfassbar schön.

Aber sprachlos sein, Tränen vergießen, in den Armen liegen und sich gegenseitig einfach feiern, gibt es für mich nur in einem Tanzraum voller leidenschaftlichen Tänzern.

5. Respekt dem Lehrer gegenüber!

Mittlerweile ist jeder super im Internet vernetzt. Niemand kann mehr behaupten nichts mit zu bekommen. Sei es Classpromotion auf Instagram, eine Einladung einer Veranstaltung auf Facebook oder auf der eigenen Webseite der Tanzschule. Wie ist es da möglich, Choreographen und Lehrer nicht die nötige Energie zu geben, die sie verdienen? Wenn man mitbekommt, dass was los ist in der eigenen Stadt, dann kann man sich doch freuen – man muss nichtmal die Fahrt investieren, um die Stunde zu nehmen. Die anderen Lehrern aus deiner Stadt kennst du ja schon, probier was neues aus. Grade hinter Workshops und Community Classes steht eine Menge Arbeit, viel Zeit und auch viel Geld. Schenkt dem Menschen, der seine Leidenschaft, Können und Verständnis zum Tanzen mit dir teilen möchte Respekt! Und niemand bricht sich ein Zacken aus der Krone, wenn er es weiter erzählt, um somit alles noch größer und aktiver werden zu lassen.

Die Frage aller Fragen ist, wenn diese Stunden leer bleiben, wird es dann noch so Stunden geben? Und bleiben wir nicht dann immer auf einem Stand, anstatt uns weiter zu entwickeln?

Ich kann nicht viel bewegen. Ich kann nur das wieder geben, was ich selbst sehe. Ich kann niemanden zwingen aber ich möchte, dass die Lehrer wieder Spaß haben rumzureisen und in anderen Städten zu unterrichten, ganz egal wie der Name, der Style oder das Aussehen ist!

©thewonderworld

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